Connewitzer Charme: Bei Maria und Christian daheim

Willkommen bei Maria und Christian

Die KarLi, Leipzigs Kultmeile, führt mich diesmal in den Süden, nur wenige Meter hinters Connewitzer Kreuz.  Schön bunt ist es im Szene-Kiez der Messestadt –  Graffiti  an der Haustür und Pferdesticker kleben neben dem Klingelschild von Maria und Christian. Die „Hottis“, ein liebevoller Spitzname für das Pärchen, begrüßen mich in ihrer 100 Quadratmeter großen Wohnung, die mal „richtig hässlich“ gewesen sein muss, wie die beiden versichern.

Aus alt mach‘ neu

Jetzt wirkt alles aufgepimpt: Viel Arbeit haben die 31-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Freund vor viereinhalb Jahren in die ehemalige WG rein gesteckt: Einen Monat lang haben sie in jedem Zimmer den Teppichboden, Fußbodenbeläge samt Estrich entfernt und Laminat verlegt, und Marias Vater hat fleißig mitgeholfen. Auch die neue, auf alt getrimmte Küche samt Buffet ist in liebevoller Arbeit restauriert: Drei Tage lang wurden die alten Schränke auf dem Balkon abgeschliffen. Und der ist übrigens Christians neueste Errungenschaft – eine chillige Liegewiese aus Holzpaletten und mit rot bezogenem Schaumstoff und viel Grün in den Balkonkästen. Inklusive Blick in den blauen Himmel.

Hier wohnt die Liebe

Vor 16 Jahren haben sich die Erzieherin und der Koch kennen gelernt, aber erst 2010 ineinander verguckt. Ihre Liebesgeschichte klingt wahrhaft schön: Maria stand kurz vor einem Auslandsaufenthalt und zufällig trafen sich beide in der Straßenbahn. „Vier Wochen später ging ich mit Christian im Herzen nach London, wo ich an einer Schule für autistische Kinder arbeitete“, erzählt die ausgebildete Heilpädagogin. Sieben Monate lang wurde in jeder freien Minute via Internet kommuniziert, ein Mal sogar elf Stunden am Stück geskypt. Was als glückliche Fernbeziehung begann, ist heute ein liebevolles Miteinander unter einem Dach – Fragen zur Einrichtung werden gemeinsam besprochen und entschieden. Maria schleppt viele Dinge vom Flohmarkt nach Hause: Alte Weinkisten, Stühle und Porzellan, eine Aussteuertruhe aus dem Jahr 1904, die jemand wegschmeißen wollte, dient den beiden jetzt als Couchtisch.

Viel Platz zum Genießen

Früher durch eine Flügeltür abgetrennt, ist der große Wohn- und Essbereich mit Stuckdecke jetzt ein Highlight der Vier-Zimmer-Wohnung. Im hinteren, kleineren Teil versteckt sich der Esstisch mit sechs Sitzgelegenheiten. Eine ehemalige, zugemauerte Tür wurde mit Rezepten und Buchseiten verschönert. Gern denken die gebürtigen Leipziger an gemeinsame Kochabende mit zwei befreundeten Pärchen zurück, und das nicht nur, weil sie sich als Einzige in der Küche nicht gestritten haben. Während Christian die asiatische Küche liebt, favorisiert Maria die Standardrezepte, die sich von ihrem Papa gelernt hat. „Allerdings habe ich immer Lampenfieber, wenn ich daheim für meinen Liebsten koche.“ Dass das unnötig ist, zeigt ihr Christian, der im Leipziger Musikviertel aufgewachsen ist, mit einem bezaubernden Lächeln und mit vielen selbstgeschriebenen Liedern und Gedichten. Ihr gemeinsamer Song stammt von Rio Reiser: „Für immer für dich“.

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