Schwarz und weiß

Wir sind uns in der Vergangenheit schon auf so einigen Ausstellungen über den Weg gelaufen, und heute schaue ich bei der gebürtigen Leipzigerin Claudia Spalteholz daheim vorbei. Die 43-Jährige wohnt mit ihrem „Bonsai-Dobermann“, wie sie sagt, im ruhigen Neuseenland vor den Toren der Messestadt – genau zwischen Cospudener und Markkleeberger See. Die gelernte Betriebswirtin, die als Personaltrainerin arbeitet und auch Reha-Sport anbietet, liebt die Natur und würde am liebsten in einem schönen Holzhaus am Waldesrand wohnen.

Monochromer Chic

Die Mutter eines erwachsenen Sohnes wohnt seit vier Jahren in Markkleeberg. Ihr Zuhause sind 80 Quadratmeter Wohnfläche mit einer geräumigen Küche, einem großen Tageslichtbad mit Badewanne und einem ruhigen Balkon, der schon winterfest gemacht wurde. An dessen Brüstung leuchten zu vorgerückter Stunde kleine Lämpchen, deren Schein ins Wohnzimmer fällt, das mit edlen Möbeln und Accessoires in schwarz-weiß eingerichtet wurde. Die gestreifte Wand hinter dem Elektrokamin, der an dunklen Abenden eine wohlige Atmosphäre zaubert, habe sie selbst tapeziert, sagt Claudia. Die Porzellan-Deko-Köpfe von Designer Marcel Remus, dem bekannten TV-Luxusimmobilien-Makler aus Mallorca, passen in das lebendige Wohnzimmer, das viele Geschichten erzählt. Auch Lucy darf ausnahmsweise auf dem großen weißen Ledersofa für ein kleines Fotoshooting Platz nehmen. Auf dem geschwungenen Designer-Couchtisch stehen gelbe Tulpen, denn Claudia mag frische Blumen. „Sie sind der Farbtupfer in meiner Wohnung“, meint sie. Den nötigen Spannungsbogen im schwarz-weißen Raum bilden nicht nur die formschöne Bogenlampe, sondern auch die üppigen Grünpflanzen vorm Fenster.

Leidenschaft für die Kunst

Seit 20 Jahren fotografiert Claudia und „aus einer Laune heraus habe ich vor 15 Jahren mit dem Malen begonnen“, erzählt die kreative Schöpferin, die auch als Kleindarstellerin in TV-Vorabendserien zu sehen ist. Ihre gemalten Frauen ohne Gesichter in Acryl gehören zu ihrem Leben und bedeuten ihr ganz viel. Die Schauspielerei war ein Kindheitstraum, heute brennt sie für die bildende Kunst. Von ihrem ersten Bild einer Frau, die sich mit Schmerzen über die Leinwand bewegt, möchte sie sich nicht trennen und bewahrt es auf. Gern erinnert sich Claudia an ihre erste große Ausstellung mit 80 Gästen und 20 Bildern vor drei Jahren in Leipzig – nachgefragt wurden vor allem großformatige Kunstwerke, die viel Raum für Interpretationen bieten, erklärt sie.

Beschäftigung im kalten November

Ihr Lieblingsbild, ein Kopf im Stil des expressionistischen Malers Pablo Picasso, hängt in der Küche gegenüber vom weißen Bartisch mit den blühenden Amaryllis. Von hier aus hat die Hausherrin auch ihre siebenjährige Hündin Lucy im Blick, wenn der Prager Rattler mal wieder schmollend im Körbchen liegt und nicht im Mittelpunkt des Geschehens steht. Und das, obwohl Frauchen momentan wirklich viel zu Hause ist. Coronabedingt kann die leidenschaftliche Wellenreiterin, die in den Wintermonaten gern nach Südafrika reist, zurzeit keine Fitness-Kurse geben. Im nass-kalten Monat November wird sie deshalb wohl des Öfteren mit dem Pinsel in der Hand an der Staffelei stehen, um ein bisschen Farbe ins graue Leben zu bringen.

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