Wohnen ohne Hindernisse

Hausbesuch bei Dagmar und Dieter (Foto: Regina Katzer)

Mit dem Auto fahre ich in dieser Woche übers Land zu einem Pärchen, das sich kurz nach der Wende kennen- und später lieben gelernt hat. Dieter ist 66 Jahre, Bau-Ingenieur im Ruhestand, Dagmar vier Jahre jünger und war ehemals als Industriekauffrau tätig. Ihr kleines Eigenheim steht auf einem Eckgrundstück in der Nähe des Kulkwitzer Sees in Leipzig.

Nachdem die beiden mehr als 20 Jahre im Westen der Republik verbracht haben, kehrte die gebürtige Leipzigerin mit ihrem Schatz vor fünf Jahren an die Pleiße in ihre alte Heimat zurück. Aufgewachsen ist Dagmar in Engelsdorf, später lebte sie in Anger-Crottendorf. Jetzt genießen sie die himmlische Ruhe in der Siedlung, die Seenlandschaft vor der Haustür und die gute Infrastruktur, denn Supermarkt und Ärztehaus sind wohnortnah gleich um die Ecke.

Altersgerechtes Wohnen

Beim Hausbau hat der Fachmann ein besonderes Augenmerk auf altersgerechtes und barrierefreies Wohnen gelegt. Die 110 Quadratmeter Wohnfläche und der Hauswirtschaftsraum liegen auf einer Ebene, die Zimmer sind überschaubar, es gibt keine Treppen und ein Bad mit einer ebenerdigen Luxusdusche. Auf dem Dach ist zudem eine Photovoltaik-Anlage angebracht, die die Stromkosten enorm niedrig hält. Auf Parkett hat Dieter ganz bewusst verzichtet: „Das ist meist nach zehn Jahren abgewirtschaftet und muss erneuert werden. Wir haben uns für strapazierfähiges Laminat mit Fußbodenheizung entschieden.“

XXL-Bad in 360 Grad

 

Offener Wohnbereich

Während Ehefrau Dagmar, eine leidenschaftliche Köchin, in der alten Wohnung versteckt in einer separaten Küche werkelte, ist der neue Wohn-, Koch- und Essbereich nun der Mittelpunkt des Hauses. „Das ist auch gut so, denn Dieter isst gern zwei Mal am Tag warm“, plaudert die Hausfrau. Am liebsten mag ihr Mann italienische Gerichte, passend dazu hängen an der Wand neben dem Kamin jede Menge Fotos aus Bella Italia.

Seitdem das Paar nicht mehr berufstätig ist, sind sie permanent unterwegs. Egal, ob sie mit dem Kreuzfahrtschiff über die Meere schippern, Thailand – das Land des Lächelns – erkunden oder das faszinierende indische Bombay entdecken. Sie genießen die Freiheit des gemeinsamen Reisens mit allen Sinnen.

Schmuckstücke

Daheim in den eigenen vier Wänden legen sie Wert auf Möbel und Deko, die Ästhetik und Harmonie ausstrahlen. Wie beispielsweise den gläsernen Couchtisch mit der Erdkugel, den antiken Flurschrank aus Palisander-Holz und Buddha-Statuen, die auf Holzbalken aus einem alten Fachwerkhaus einen Platz gefunden haben. Aber auch alte Waffeleisen, mit denen Dieters eigene Großmutter vor über 100 Jahren schon Süßes auf den Tisch gezaubert hat, hängen an der Wand im Küchenbereich.


Bevor ich die Heimfahrt antrete, zeigen sie mir durch die riesige Glasfront ihren Lieblingsplatz hinterm Haus. Der Garten ist pflegeleicht angelegt, mit Rasen, japanischen Azaleen und Wolkenbäumen bepflanzt. Mit Vorfreude auf den nahenden Frühling verabschiede ich mich von den Hausbewohnern.

 

13 Gedanken zu „Wohnen ohne Hindernisse“

  1. Das ist wirklich ein wunderschönes modernes Haus, mit vielen Erinnerungen und Details.Es ist nicht überladen und hat einen traumhaft angelegten Garten.Die Eigentümer können Stolz auf ihr zu Hause sein.Dankeschön das ihr für uns die Tür geöffnet habt.

  2. Super schön! Mir gefällt es sehr gut.
    Ich mag den asiatischen Touch, das Badezimer ist ein Traum und auch der Garten lädt zum Verweilen ein. Da möchte ich gerne einziehen. 🙂

  3. Ich bin begeisterter „Unterm Dach“-Verfolger und jeden Freitag fiebere ich gespannt der aktuellen Home-Story entgegen! Seit geraumer Zeit schwimmt es in meinen Augen! Die Bilder sind oft verwackelt, unscharf und es lässt sich manchmal kein Detail im Bild mehr erkennen, auf dem der Fokus liegt – oder es wurde völlig falsch fokussiert oder belichtet. Die Serie lebt doch von der fotografischen Darstellung, untermalt mit einer kleinen Geschichte. Aktuell wirkt es, wie mit dem Handy ein paar Schnappschüsse gemacht, kurz die Bewohner befragt und eine A4- Seite abgetippt.

  4. Sehr clever, man stellt seinen Prunk zur Schau, erwähnt dann noch im gleichen Atemzug, dass man permanent auf Reisen ist. Ich hoffe die Alarmanlage sichert hier gut ab.

  5. Vielen Dank für den Rundgang. Im Bad habe ich mir sogar eine Anregung geholt. Die Schublade unter dem Waschbecken in der aller Krimskrams verschwinden kann, finde ich eine sehr gelungene Wahl.

  6. Das sind superschöne ‚vier Wände‘! Ich habe mir viele tolle Ideen hinsichtlich Einrichtung und der Deko geholt! Euch beiden noch viele Spaß beim Wohnen und Reisen….

  7. Nettes kleines 110 m² Haus für 2 Personen vollkommen ausreichend und mit vielen interessantes Details. Erdfarbene Töne und weiss überwiegen. Alles sehr stimmig. Die Dusche als Luxus zu erklären ist Ansichtssache, wie einem Ganzholzparkett bzw. Parkett mit 3 mm Auflage nur 10 Jahre Nutzungsdauer zuzuschreiben. Laminat = „Tapete auf Hartfaserplatte“ soll besser sein? Selten so gelacht. Sich einfach mal beim Baufachmann erkundigen. Bei einer offenen Küche ist Tapezierintervallen von 3 Jahren zu rechnen. Dies muß man mögen, wie den Bullerjan als Kamin. Trotzdem ein insgesamt sehr wartungsfreundlicher Wohnraum, weil die Pflanzen alle draußen sind.

  8. Ja lieber Friseur Kleinkorte.Schön dass Sie selten so lachen konnten!wir haben aber die Sache Laminat /Parkett aua Lebenserfahrung entschieden und sind nicht enttäuscht worden. ein Baufachmann war also flüssiger als Wasser.Trotzdem vielen Dank für Ihre Meinung 🙋

  9. @Tobi
    Bei den Fotos stimme ich Ihnen zu! Warum muss jede Zimmertür fotografiert werden, das Bett zweimal, der antike (?) Schrank mit Schuhkartons usw. Besser weniger Fotos. Ansonsten bin ich ab heute auch jeden Freitag mit dabei 🙂

  10. Tja liebe Frau Hahn, ich hoffe Sie hatten eine schmerzfreie Nacht. Übrigens bin ich ein älterer lebensfroher Mann, der in Leipzig auf vielen Baustellen seine Spuren hinterlassen hat und desöfteren mit Bauherreren zu lachen hatte. Ich geniesse den Status ihres Mannes schon länger 🙂 Sicherlich ist das Laminat (Hartfaserplatte, Tapete und Lack oberdrauf) billiger, läßt sich leichter montieren, einfacher abzuwischen und schneller austauschen. Es ist ein Wegwerfartikel aus dem Baumarkt in unserer schnelllebigen Zeit. Ich denke Sie haben aus „Lebenserfahrung“ entschieden, nie unter einem Mieter mit Katze und Laminat auf Holzbalkendecke gewohnt zu haben. Sie hören jedes Tapsen der Katze und es ist nervig. Dies trifft hier bei ihnen nicht zu! Zum Vergleich Laminat zu Parkett möchte ich nur einmal erwähnen, daß ganze Schlösser mit „Laminat“ 🙂 ausgelegt werden, weil es sich so bewehrt hat und Ansprüchen des Denkmalschutzes entspricht. Nichts für ungut, aber man sollte die Kirche im Dorfe lassen und Parkett ist mehrfach abschleifbar und mit heutiger Technik sogar ohne viel Dreck. Wer nie vergleichend auf Parkett und Laminat gelaufen ist, kann den spürbaren Unterschied nicht geniessen. Wie ich geschrieben hatte, ist ihr kleines Häuslein sehr praktisch und weitgehend ohne Teppiche/Läufer ausgelegt. Im Wohnzimmer werden sich durch die Sonneneinstrahlung Farbunterschiede auf der Fußbodenoberfläche ergeben, sollten Sie mal den Tisch etwas verschieben. Was mir noch gefiel, waren die Türklinken und die separate Lufteinsaugung für den Kamin am unteren Stutzen, weil dadurch keine Raumluft abgeführt wird, sowie die ebenerdigen pflegeleichten Terrassentüren. Good luck!

    PS: Den Rinneneinlauf der Dusche sollten Sie desöfteren reinigen, denn er neigt durch Haare zu Verstopfungen. Möglichst ohne chemische „Kampfmittel“ wie Rohrreiniger.

  11. Interessante Dekoration; für mich aber dann doch etwas zu durchgestylt. (Die Sache mit dem Laminat vs. Parkett ist nicht nachvollziehbar, widerspricht auch dem dort ausgestellten Lebensmotto.) Den beiden noch viele schöne Reisen.

  12. Für das Alter der Bewohner eine recht flotte Hütte, da sieht man ja sonst ganz andere „Stile“ in der Gegend hier. Mir persönlich ist es etwas zu wenig authentisch, die alten Möbel sind auf alt gemacht und die neuen Möbel sehen nach beklebter Spanplatte aus. Via Foto scheinen die Skulpturen, Vasen etc. nicht echt zu sein … ich würde es dann vielleicht lieber ganz lassen. Da machen die Fachwerksockel mehr her, als der Nippes darauf. Wo sind eigentlich die Bücher, Schallplatten, Familienfotos, Kunst an der Wand? In der Generation sieht man sonst reihenweise Zeichnungen und Kunstdrucke aus den 70ern. Ich mag den Kamin, die Waffeleisen und die Küche – auch wenn es nicht danach aussieht, als ob dort täglich gekocht würde. (Stichwort: Thermomist, Senseo und Kristallkaraffen auf der Abzugshaube) 🙂

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