Kunst trifft Platte

Hausbesuch bei Joachim Zetzsche (Foto: Regina Katzer)

„Willkommen in meiner Atelier-Wohnung“, begrüßt mich Künstler Joachim Zetzsche an einem Sonntagmorgen. Kurze Zeit später sitzt er wieder gedankenversunken an seiner Staffelei. Ich sehe mich derweil ein bisschen um. Aus dem CD-Player tönt Merengue-Musik und ich wippe zum lateinamerikanischen Rhythmus mit Stift und Notizbuch im Takt durchs Zimmer.

Vom Altbau nach Grünau

Der gebürtige Leipziger kam vor 59 Jahren zur Welt, wuchs in Stötteritz auf und verbrachte lange Zeit in einer schönen Altbauwohnung in Anger-Crottendorf. „Die Wohnung lag im vierten Stock und irgendwann war ich es leid, meine Bilder für die Ausstellungen immer hoch- und herunterzutragen“, plaudert der Maler und Grafiker, dessen Arbeiten noch bis zum 12. Oktober im Diakonissenkrankenhaus zu sehen sind.

Landschaftsmalerei

Vor 17 Jahren bezog der gelernte Straßenbauer ein Haus im Wohnkomplex 5 (WK) in Leipzig-Grünau – eine 67 Quadratmeter große Plattenbauwohnung mit drei Räumen, Bad und Flur. „Hier ist es altersgerecht mit Zukunft“, erklärt er. Seine Bilder nehmen mittlerweile so viel Platz ein, dass er sich privat sehr einschränkt hat. Sein Leben und seine Kunst verfließen quasi miteinander. An jeder Wand und Ecke stehen große und kleine Leinwände, liegen Mal-Utensilien wie unzählige Farbtuben, Papier zum Zeichnen und für Notizen herum, Fotos seiner Naturaufenthalte, unzählige Bücher und Lexika sowie Unmengen an Musik-CDs stapeln sich in Regalen und auf Tischen.

 

Im Atelierraum stehen drei Grafikschränke aus den 1990er-Jahren, die in der vorherigen Einraumwohnung im WK 8 in Grünau neben den Kleiderschränken Platz finden mussten. Daneben gibt es aber auch noch Möbelstücke aus seiner elterlichen Wohnung wie zum Beispiel Teile eines Bücherregals aus seinem Jugendzimmer. Wohin das Auge blickt, finden sich Gemälde von  Landschaften, die Joachim Zetzsche vor Ort studiert und fotografiert hat, um sie später in den heimischen vier Wänden zu malen – in Öl oder als Aquarell. Er bereiste Frankreich, Italien und auch Kroatien, doch „meine große Liebe ist Slowenien“, sagt er.

Atelierwohnung in 360 Grad

Nächstes Jahr möchte der Autodidakt zu einem Studienaufenthalt ins ehemalige Ostpreußen aufbrechen, um die polnische Landschaft auszukundschaften und später auf Leinwand festzuhalten. Der Künstler hat Großes vor – er träumt von einer Ausstellung in Paris und hat sogar schon mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron korrespondiert.

Alles Gute für sein weiteres Schaffen und bon chance!

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