Katerstimmung im Haus

Wohnblog mal anders - Hausbesuch bei Kater Bruno (Foto: Regina Katzer)

Achtung, nicht erschrecken! Gestatten, ich bin Kater Bruno, ein Stubentiger und wohnhaft in Leipzig-Plagwitz. Vor zehn Jahren zog ich als kleine Fellnase im Alter von nur wenigen Wochen in die vier Wände meiner Besitzer ein. Weil die ein wenig scheu sind, führe ich – ausnahmsweise – durch unser Miezhaus. Heute bin ich ein fünf Kilo schweres Samtpfötchen, das gern schmust und frisst. Meine Mitbewohner sind Mitte 30 und gebürtige Leipziger. Die beiden kennen und lieben sich seit 15 Jahren – eine Sandkastenliebe sozusagen.

Apropos: In der Drei-Zimmer-Wohnung gibt’s genug Sand für mich. Meine Katzentoilette mit Deckel und Schwenktür steht im Flur der 64 Quadratmeter großen Wohnung. Die liegt im zweiten Stock eines Wohnhauses aus den 1920er-Jahren. Zum Glück existiert auch ein geräumiger Balkon mit einer Aussichtsplattform, wo ich auf einem Kissen gebettet, die zwitschernden Vögelchen im Hinterhof beobachten kann. Sicherheitshalber hat Herrchen ein großes Netz gespannt, sodass ich mich in aller Ruhe auf das tierische Leben in der Natur konzentrieren kann.

Außer den gefiederten Gesellen vorm Fenster liebe ich Kartons über alles – zum Schnurren gern: Seit neuestem stehen im Wohnzimmer ein großes und kleines Häuschen aus stabiler Pappe, die Frauchen noch bunt bemalen will. Da ich sehr schreckhaft bin, nutze ich meine neue Behausung als Rückzugsort. Wenn es klingelt, bin ich zwar der erste an der Wohnungstür, aber genauso schnell verstecke ich mich auch wieder.


Zum Zeitvertreib und Krallenpflege nutze ich einen großen Kratzbaum mit einem selbstgewickelten Stamm – ein bisschen Individualität muss sein. Und wenn Herrchen und Frauchen im Büro ackern, träume ich auf deren kuscheligem Bett im Schlafzimmer. Auch nachts darf ich bei den beiden schlummern. Zum Dank wärme ich ihnen die Füße, aber manchmal wecke ich sie auch mit meinem lauten Schnarchen. Ups. Armes Herrchen – zuerst dachte Frauchen, er wäre der Übeltäter.

Am Wochenende wird im Arbeitszimmer nebenan fleißig gewerkelt und dekoriert – das Triathlon-Fahrrad meines sportlichen Herrchens soll an der Wand einen Platz bekommen und über den zwei Schreibtischen werden Regale angebracht. Mich stört das alles nicht, ich sitze gern auf den bequemen Ledersesseln und schaue was passiert. Höre ich allerdings meinen Spitznamen Bruni, sause ich wie der Blitz in die Küche nebenan. Es könnte ja etwas zu futtern geben!

Am liebsten mag ich Käse und Thunfisch oder diese Leckerli-Stangen, für die ich liebend gern mal im Kreis tänzle. Auch meinen Futterschrank in der kleinen, aufgeräumten Küche kenne ich bestens. Da mach ich auch mal Männchen und strecke meine Vorderpfötchen nach ganz oben. Damit ich nicht wie ein Hefekloß aufgehe, haben meine Besitzer das Trockenfutter rationiert. Ein bisschen Vernunft muss sein – dem Silbertiger zuliebe.

19 Gedanken zu „Katerstimmung im Haus“

  1. Dieses „mal anders“ kommt bei mir nicht so gut an. Mir hat der Wohnungseinblick mit Einrichtungsideen und der EigenArt zu Leben in Leipzig besser gefallen. Wie ein Kater das sieht ist mir nicht so wichtig. Schade freue mich jeden Freitag schon auf einen Wohnblog.

  2. Der Kater kennt sich doch daheim am besten aus. Der macht die Führung viel besser als die minderqualifizierten Dosenöffner. Und Hunde als Hausherren scheiden sowieso aus – schon weil sie nur auf dem Teppich, also auf unterstem Nivea, unterwegs sind. Bravo, Herr Kater und Frau Katzer!

  3. Hier scheinen sich die Geister zu scheiden, ich für meinen Teil fand den Beitrag toll.
    Alles Gute dem niedlichen Vierbeiner und seinen lieben Zweibeinern! =)

  4. Wie weit muss man sinken um auf das Niveau einer Katze zu sinken? Der Artikel gibt einen Einblick. Wohnthema verfehlt. Schade.

  5. Tja einfach mal ein Betrag unter dem Motto „Auf die Katze(r) gekommen“. Beiträge werden sicher wieder besser.

  6. Ok, Bruno ist ein Süßer. Aber der Einblick in die Wohnung war nicht gerade ansprechend. Es gibt bessere Berichte und gab sie. Wenig Wohnung war zu sehen.

  7. Sicher lässt sich über Geschmack bekanntlich streiten, und auch mir hat etwas die unverwechselbare Individualität eines Wohnens und Lebens gefehlt.
    Aber die Miez allein war doch wohl schon den ganzen Beitrag wert!

Schreibe einen Kommentar