Blütenträume unterm Dach

Vergangene Woche gab es im LVZ-Wohnblog den Garten von Blütenkünstlerin Tina Altus in Markkleeberg zu bewundern. Diesmal dürfen wir einen Blick in ihre 80 Quadratmeter große Wohnung werfen, die sie vor zwei Jahren in der ersten Etage des in den 1920er-Jahren gebauten Hauses bezogen hat. „Es ist ein Ort der Begegnung. Kunst verträgt entspannte Öffentlichkeit – jederzeit nach Anmeldung können mich Menschen hier besuchen“, sagt sie und bittet mich ins Haus, das sie gemeinsam mit Freunden bewohnt.

Klar und schlicht

Eine hölzerne Wendeltreppe führt mich in ihr Refugium, wie sie es liebevoll nennt. Vorm Einzug hat sie alle Dielenböden abgeschliffen, die Wände verputzt und sich ein Farbkonzept überlegt. Während die kleine Küche smaragdgrün leuchtet, strahlt das Atelier in Dunkelblau und das Wohnzimmer glänzt in hellem Grau. Die Möblierung ist eher schlicht, damit ihre Kunstwerke an den Wänden richtig zur Geltung kommen. Während im blühenden Garten Schlängellinien und Schwingungen erwünscht sind, wird im Wohn- und Arbeitsbereich Wert auf eine klare Linienführung gelegt. „So können sich meine Bilder besser entfalten und wirken“, erklärt die Herrin des Gartenreiches und Begründerin von Flora-Metaphorica. Alles in ihrem Refugium, ob draußen oder drinnen, ist auf Begegnung und Arbeit ausgelegt, betont sie.

Blütenfundus im Schrank

Dass Tina von ihrer extravaganten Kunst aus echten Blüten fasziniert ist, höre ich aus ihren lebhaften Erzählungen. Zehn lange Jahre hat die gebürtige Leipzigerin geforscht, experimentiert und ausprobiert, wie sich Fallschirmblumen, Rosen und Strelitzien aufs Papier bringen lassen. Ihr Blütenfundus ist riesig. Er enthält über 100.000 sorgfältig beschriftete und getrocknete Exemplare. Zu den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks im April hatte sie neben Brautpaaren, die Tipps für bleibende Brautsträuße bekamen, auch Kinder im Atelier zu Gast, die mit großen Augen und emsiger Begeisterung kleine Bilderwelten aus Blüten geschaffen haben.

Der Wintergarten ist Raucherlounge und Arbeitsraum zugleich: In dem gemütlichen Raum überwintern die Pflanzen aus der grünen Oase hinterm Haus und hier zieht die Hausherrin ihre Blumensamen auf, die später eine einmalige Metamorphose vollziehen. Bei der Premiere vom Kunstwinkelfest am 28. September in Markkleeberg ist Tina Altus mit ihren Blütenträumen auf Papier mit von der Partie, wenn ab 12 Uhr bis in die Abendstunden zahlreiche Künstler, Straßenmusiker und Winzer die Gegend um die Rathausstraße beleben.

360-Grad-Panorama

4 Gedanken zu „Blütenträume unterm Dach“

  1. Endlich mal wieder ein Wohnraum. Die ganze Wohnung ist irgendwo zwischen interessant, umzugsbedingt improvisiert und sporadisch einzuordnen. Allein das Bild https://untermdach.lvz.de/bluetentraeume-unterm-dach/#jp-carousel-17833 sagt einiges aus. Allein die Holzkeile unter den Möbeln erscheinen lieblos und überstehend angeordnet. Muss man mögen, aber geht auch wie einiges andere, ganz anders. Sonst viel Spass in dieser kleinen „Höhle“.

  2. Ich hab Tina letztes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt im Gohliser Schlösschen kennengelernt und mich direkt in Ihre Arbeiten verliebt! Schön jetzt mal die entsprechende Wohnung zu sehen … ein romantsches Blütenmeer.

  3. Ein liebevolles Kleinod vom Garten bis unter das Dach.
    Ein Refugium mit Charm und Flair, wir konnten es am Tag der offenen Tür auf und wirken lassen und viele schöne Details entdecken.
    Die Bilder sollte man auch gesehen haben.

  4. Der üppige Garten, das reduzierte Wohnzimmer, die fantasivollen Bilder und der charmante Wintergarten sind wirklich ganz wunderbar. Danke für diesen schönen EInblick, der nachwirkt.

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